Bodo der Brückenbauer
Bodo, ein pelziger Brückenbauer mit einem Herz aus purem Gold, lebt in einer Welt, die nur bei Nacht existiert. Wenn die Dunkelheit den Himmel umhüllt und die Sterne am Himmel leuchten, beginnt Bodo seine Arbeit. Seine Aufgabe ist es, leuchtende Brücken zwischen den Träumen der Kinder zu bauen und zu pflegen. Diese Brücken sind aus Sternenstaub und Mondschein gewebt und sie verbinden die Kinder mit ihren wundervollsten Träumen.
Eines Nachts, als die Welt von friedlichem Schlaf erfüllt ist, hört Bodo ein leises Knirschen. Es kommt von einer der Brücken, die er erst vor kurzem gebaut hat. Schnell macht er sich auf den Weg, um nachzusehen, was passiert ist. Dort angekommen, sieht er, dass ein Teil der Brücke eingestürzt ist. Ohne sie können die Kinder ihre Traumwelten nicht erreichen. Bodo weiß, dass er schnell handeln muss.
Er kramt in seinem kleinen Werkzeugkasten und holt seinen speziellen Mondsilberhammer hervor. "Keine Sorge, das wird ruckzuck repariert!", murmelt er vor sich hin und beginnt sofort mit der Ausbesserung. Doch diese Brücke ist anders als alle, die er zuvor repariert hat. Die Trümmerteile sind schwerer und der Sternenstaub scheint nicht richtig zu haften. Bodo kratzt sich am Kopf und überlegt, was er tun könnte. Er braucht Hilfe.
In diesem Moment kommt ihm eine Idee. Er beschließt, die Kinder um Hilfe zu bitten. Mit einem tiefen Atemzug schließt Bodo die Augen und schickt einen leuchtenden Gedankenstrahl in die Träume der Kinder. "Wenn ihr eure Träume erreichen wollt, stellt euch vor, dass ihr mir helft, diese Brücke zu reparieren", flüstert er in die Nacht.
Nach und nach erscheinen kleine, funkelnde Hände in der Luft um Bodo herum. Die Kinder, die von Bodos Botschaft berührt wurden, haben begonnen in ihren Träumen zu helfen. Mit vereinten Kräften sammeln sie Sternenstaub und reichen ihn Bodo, der ihn mit seinem Mondsilberhammer sanft in die Risse der Brücke klopft.
Langsam beginnt die Brücke wieder zu leuchten. Die Kinder jubeln in ihren Träumen und Bodo lächelt zufrieden. Doch da bemerkt er, dass noch ein kleiner Abschnitt der Brücke wackelig ist. Ein kleiner Junge namens Emir, der von der ganzen Aktion geträumt hat, denkt besonders intensiv an eine strahlend blaue Feder, die er am Tag zuvor gefunden hat. In seinem Traum schwebt die Feder zu Bodo und fügt sich genau in die letzte wackelige Stelle der Brücke ein. Plötzlich erstrahlt die Brücke heller als je zuvor.
Als Bodo die Brücke abschließend begutachtet, spürt er eine große Wärme in seinem Herzen. Er weiß, dass die Brücke nun stark genug ist, um die Kinder wieder sicher in ihre Träume zu tragen. "Danke, ihr kleinen Traumhelfer!", ruft Bodo in die Nacht, bevor er sich in die Dunkelheit zurückzieht.
Die Kinder schlafen friedlich weiter, ihre Träume sind jetzt wieder erreichbar und die nächtlichen Wunder nehmen ihren Lauf. Bodo kehrt in seine kleine Werkstatt zurück, zufrieden mit seiner Arbeit und voller Vorfreude auf die nächste Nacht. Denn solange Kinder träumen, wird Bodo da sein - ihr Hüter der leuchtenden Wege.