Leas Limonadenstand
Lea hat eine Idee, die wie ein prickelndes Geheimnis in ihrem Kopf sprudelt. Sie will einen Limonadenstand eröffnen, um die Nachbarschaft mit erfrischenden Getränken zu überraschen. Mit einem großen Blatt Papier und bunten Stiften malt sie ein Schild, auf dem in großen Buchstaben "Leas Limonaden" steht. Der Stand entsteht aus einer alten Holzkiste, die sie im Keller gefunden hat. Ein paar bunte Tischtücher und ein Sonnenschirm verleihen dem Ganzen den letzten Schliff.
Die ersten neugierigen Blicke kommen von Nino, der immer mit seinem roten Roller unterwegs ist. "Was machst du da, Lea?", fragt er und schnuppert neugierig an den Zitronen. "Ich mache die beste Limonade der Welt!", verkündet Lea stolz und drückt ihm ein Glas in die Hand. Nino nimmt einen Schluck und seine Augen leuchten. "Das ist echt lecker! Ich erzähle es gleich den anderen."
Bald darauf gesellen sich weitere Kinder dazu. Da ist Tilda, die immer eine neue Geschichte auf Lager hat und Rafi, der mit seinem Hund Bobo kommt. Jeder möchte probieren und Lea freut sich über die vielen Besucher. Doch die Limonade geht schnell zur Neige. Lea überlegt, wie sie mehr machen kann. Sie erinnert sich an das Rezept ihrer Oma, das sie irgendwo in der Küche gesehen hat.
Mit eifrigen Schritten holt sie das Rezeptbuch und entdeckt eine Seite voller Kritzeleien und Notizen. "Ein Spritzer Magie", murmelt sie und kichert, als sie die handgeschriebenen Worte liest. Sie experimentiert mit verschiedenen Zutaten, fügt ein wenig Minze und einen Hauch von Ingwer hinzu. Die nächste Charge Limonade schmeckt noch besser und die Kinder jubeln.
Die Sonne wandert langsam über den Himmel und der kleine Stand wird zum Mittelpunkt der Straße. Erwachsene bleiben stehen, lächeln und kaufen ein Glas. Ein älterer Herr, der immer mit einem Buch in der Hand spazieren geht, bleibt stehen und erzählt Geschichten von früher. "So eine Limonade habe ich seit meiner Kindheit nicht mehr getrunken", sagt er mit einem Lächeln.
Leas Limonadenstand wird zum Treffpunkt und die Straße füllt sich mit Lachen und Geschichten. Die Kinder spielen Fangen, während die Erwachsenen sich unterhalten. Lea fühlt sich wie eine kleine Geschäftsfrau und freut sich über die vielen Münzen, die in ihrer Kasse klimpern. Doch der schönste Schatz sind die neuen Freundschaften, die sie geschlossen hat.
Am Abend, als die Sonne sich verabschiedet und die ersten Sterne am Himmel erscheinen, packt Lea ihren Stand zusammen. Nino, Tilda und Rafi helfen ihr und gemeinsam tragen sie die Kiste zurück in den Keller. "Morgen machen wir weiter, oder?", fragt Nino hoffnungsvoll. Lea nickt und lächelt. "Auf jeden Fall!"
Als Lea ins Bett geht, denkt sie an all die Abenteuer, die der nächste Tag bringen wird. Die Limonade, die Freundschaften, die Geschichten - all das ist erst der Anfang. Vielleicht wird aus ihrem kleinen Stand eines Tages ein großes Café, denkt sie, während sie in einen tiefen Schlaf fällt. Die Sterne leuchten über dem Haus und der Mond am Himmel sieht heute auch ein bisschen aus, wie eine leckere Zitrone.