📅Samstag, 17. Januar 2026
3 Minuten

Anna und die Kamera

Anna liebte es, die Welt zu entdecken. Am liebsten war Anna bei ihrem Opa zu Besuch, denn er wusste immer die spannendsten Geschichten - und er hatte das größte Lächeln der Welt.

Eines Tages zog Opa etwas aus seiner Tasche, fast wie ein kleines Geheimnis. Es war eine alte Kamera, schwarz und glänzend.

"Weißt du, Anna", sagte Opa, "mit dieser Kamera kann man besondere Momente einfangen. Momente, die man sonst vielleicht gar nicht sehen kann."

"Das klingt nach Zauberei!", sagte Anna mit großen Augen.

"Fast", lachte Opa. "Komm, ich zeige es dir."

Sie gingen in den Garten. Die Sonne schien auf die Blumen, die Farben leuchteten wie kleine Regenbögen.

"Überall hier ist das Licht", erklärte Opa. "Wenn viel Licht da ist, werden Bilder hell und fröhlich. Wenn wenig Licht da ist, sehen sie geheimnisvoll aus - besonders nachts, wenn alles schlummert."

"Hier nimm mal die Kamera, schau durch und drücke auf den Knopf", sagte er. Anna sah hindurch und drückte vorsichtig auf den Knopf. Klick! "Oh! Die Blume strahlt wie ein kleiner Stern!", jubelte sie.

Opa setzte sich auf die Knie. "Jetzt schau mal von hier unten durch." Anna tat es ihm nach und fotografierte die Blume noch einmal.

"Die sieht ja plötzlich riesengroß aus!", rief sie und hüpfte vor Freude.

"Das nennt man Perspektive", erklärte Opa. "Je nachdem, von wo du schaust, wirkt alles anders. Du warst näher dran, das macht die Blume größer und das verstärkt sich, wenn du von unten schaust. Die Welt kann groß oder klein erscheinen - nur durch deinen Blick durch die Kamera. Deshalb haben Fotografen auch ganz viele verschiedene Glasaugen für die Kamera, das sind die Objektive, manche sind groß wie Lupen, andere klein wie Schokolinsen. Jedes Objektiv ermöglicht einen anderen Blick auf die Welt."

Dann entdeckte Anna einen Schmetterling, der über die Blumen flog. Opa zeigte ihr, wie sie näher herangehen konnte.

"Oft sind die kleinen Dinge die schönsten", flüsterte er.

Anna betrachtete die Bilder auf dem Kameradisplay. Jeder Klick war ein kleines Abenteuer. "Opa, jetzt sehe ich die Welt ganz anders. Sie ist voller Farben, Geheimnisse und Geschichten!"

Opa legte seinen Arm um sie. "Genau das ist das Besondere an dieser Kamera. Sie zeigt uns, wie man genauer hinschaut, wie man Erinnerungen einfängt. Jedes Bild, das du mit ihr machst, besteht aus Millionen einzelner Punkte, die du jedes Mal neu aufnimmst. Kein Bild gleicht dem Anderen. Wenn du möchtest, kannst du die Kamera behalten. Ich weiß, sie ist bei dir in guten Händen."

Von diesem Tag an trug Anna die Kamera immer bei sich. Sie hielt Sonnenstrahlen, Pfützen, krabbelnde Käfer - und all die kleinen Wunder der Welt fest. Und jedes Mal, wenn sie durch die Kamera schaute, fühlte sie sich wie eine echte Entdeckerin, die überall die Magie der Welt entdecken konnte.

Gute N8i

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Anna und die Kamera

Das Schlaflied zur Geschichte 💫


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Zusammenfassung & Lektion 📌

Eine alte Kamera stellt Annas Welt auf den Kopf. Diese herzerwärmende Vorlesegeschichte nimmt dich mit auf ein Abenteuer voller Farben, Geheimnisse und kindlicher Entdeckerlust. Anna, ein neugieriges Mädchen, verbringt gerne Zeit mit ihrem Opa, der nicht nur die spannendsten Geschichten erzählt, sondern auch eine besondere Kamera besitzt. Diese glänzende alte Kamera wird zum Tor in eine Welt voller Wunder und lehrt Anna, wie man die Schönheit in den kleinen Dingen erkennt. Während sie mit ihrem Opa im Garten die Magie des Lichts und der Perspektive entdeckt, lernt Anna, dass die Welt aus vielen Blickwinkeln betrachtet werden kann. Diese Gute-Nacht-Geschichte zeigt Kindern auf liebevolle Weise, wie wichtig es ist, mit offenen Augen durch die Welt zu gehen und die kleinen Abenteuer des Alltags zu schätzen. Ein ideales Abenteuer für Kinder, das Freundschaft, Neugier und die Freude am Entdecken zelebriert. Lass dich von Annas Reise inspirieren und entdecke, wie eine alte Kamera die Sicht auf die Welt verändern kann.