Der Elefant und die Suche nach dem Wasserloch
Elro, der kleine Elefant mit den großen Ohren, stapft durch die weite Savanne Afrikas. Die Sonne steht hoch am Himmel und die Erde ist warm unter seinen Füßen. Elro ist aufgeregt, denn heute begleitet er seine Herde auf der Suche nach einem neuen Wasserloch. Wasser ist in der Savanne selten und kostbar.
Seine Mutter, eine weise und erfahrene Elefantendame, führt die Herde an. Elro hat schon viel von den älteren Elefanten über die Reise zu den Wasserstellen gehört. Seine Mutter kennt die besten Wege und hat ein gutes Gespür dafür, wo Wasser zu finden ist. Elro bleibt dicht bei ihr, während sie durch das hohe Gras wandern. Auf ihrem Weg treffen sie andere Tiere, die ebenfalls auf der Suche nach Wasser sind. Zebras, Giraffen und Antilopen schließen sich der Karawane an und Elro staunt über die Vielfalt der Tiere, die sich hier versammeln.
"Hör gut zu, Elro", sagt seine Mutter. "Wir Elefanten haben ein besonderes Talent. Wir können Wasserquellen aufspüren, die tief unter der Erde verborgen sind." Elro hört aufmerksam zu, während seine Mutter ihm erklärt, wie Elefanten mit ihren empfindlichen Füßen die Vibrationen im Boden spüren können. "Es ist, als ob die Erde uns zuflüstert", fügt sie hinzu.
Nach einer langen Wanderung hält die Herde an einem schattigen Platz unter einigen Bäumen. Elro ist durstig, aber er weiß, dass Ausdauer sehr wichtig ist. Die älteren Elefanten beginnen, mit ihren Füßen auf dem Boden zu trommeln und Elro versucht, die gleiche Bewegung nachzuahmen. Plötzlich hebt seine Mutter ihren Rüssel und trompetet laut. "Ich habe etwas gefunden!", ruft sie aus.
Die Herde folgt ihr zu einer Stelle, wo sie anfangen, mit ihren großen Füßen zu graben. Elro beobachtet fasziniert, wie die Elefanten mit ihren kräftigen Bewegungen den Boden aufbrechen. Nach einer Weile sprudelt frisches Wasser hervor und die Tiere stoßen freudige Rufe aus. Elro springt aufgeregt umher und kann es kaum erwarten, auch einen Schluck zu trinken.
Das Wasser ist kühl und erfrischend. Elro trinkt gierig und spritzt ein wenig Wasser mit seinem Rüssel auf seine Freunde. Die anderen Elefanten lachen und planschen mit ihm im Wasserloch. Elro fühlt sich voller Energie. Die Suche nach Wasser ist nicht nur lebenswichtig, sondern auch ein tolles Abenteuer, das die Herde zusammenbringt.
Während die Elefanten sich ausruhen, erzählt Elros Mutter ihm von den Reisen, die sie als junges Elefantenmädchen unternommen hat. Sie spricht von weit entfernten Orten, die sie besucht hat und den langen Reisen, die sie gemeistert hat. Elro lauscht gebannt und träumt davon, eines Tages selbst diese fernen Orte zu sehen.
"Weißt du, Elro", sagt sie, während sie den Blick in die Weite der Savanne richtet, "wir Elefanten sind nicht nur groß und stark, sondern auch sehr weise. Wir haben viele Fähigkeiten, die uns über Generationen hinweg weitergegeben wurden. Eine dieser Fähigkeiten ist unsere Erinnerung. Wir können uns an Orte erinnern, an die wir lange nicht mehr zurückgekehrt sind. Das hilft uns, immer den richtigen Weg zu finden, selbst in Zeiten der Dürre, wenn der Regen uns verlässt."
Elro schaut neugierig auf, während seine Mutter fortfährt: "Die Ältesten in unserer Herde, die schon viele Jahre leben, haben oft die besten Erinnerungen an Wasserstellen. Sie erinnern sich an gute Futterplätze und an die langen Reisen, die sie gemacht haben. Und wir achten immer darauf, die jungen Elefanten wie dich gut zu führen. Das ist eine große Verantwortung, Elro. Aber ich weiß, auch du wirst sie eines Tages tragen können."
Am nächsten Morgen macht sich die Herde bereit weiterzuziehen. Viele Kilometer liegen heute vor ihnen. Elro ist gespannt, was der Tag bringen wird. Gemeinsam machen sie sich auf den Weg, während der Morgennebel über der Savanne liegt.
So wandert Elro mit seiner Herde von Wasserstelle zu Wasserstelle. Während er durch das hohe Gras stapft, träumt Elro davon, eines Tages selbst ein weiser Anführer zu sein. Ein großer Elefant, der seine Herde sicher durch die Weiten der Savanne führt.