Der Fluss aus flüsterndem Bernstein
In einem abgelegenen Tal, wo der Wind die Bäume wiegt und die Berge sich am Horizont verlieren, fließt ein Fluss aus flüsterndem Bernstein. Er schimmert in den schönsten goldenen Tönen, und das Wasser des Flusses strahlt wie leuchtende, goldene Erinnerungen. Man sagt, es könne Wünsche wahr werden lassen.
Eines Abends macht sich Klara auf den Weg, um diesen Fluss zu finden, damit auch ihre Wünsche in Erfüllung gehen. Gedanken, die sie nicht loslassen kann, erschweren ihren Weg und belasten ihr Herz. Sie fragt sich: Was ist, wenn ich nie glücklich werde? Was, wenn ich meine Träume nie erreiche?
Sie läuft durch den stillen Wald und atmet die kühle, klare Luft ein. Der Mond weist ihr den Weg und sie riecht den Duft von Moos und Erde. Nach einer langen Reise erreicht sie schließlich das Ufer des Flusses. Ruhig und fast mystisch strömt das Wasser dahin. Es glitzert, als erzähle es Geschichten aus längst vergangenen Zeiten.
Klara kniet sich hin und taucht ihre Hand in das Wasser. Sofort spürt sie, wie etwas in ihr erwacht. Das Wasser flüstert wie eine sanfte Melodie und beruhigt sie tief im Inneren. Es spricht von Hoffnung, von einem neuen Anfang und vom Mut, loszulassen. Der Fluss entfaltet seinen wahren Zauber nicht durch das, was er schenkt, sondern durch das, was er nimmt: Zweifel, Sorgen und Ängste.
"Lass deine Zweifel fließen", sagt das Wasser leise. Klara schließt die Augen und atmet tief ein. Ihre Sorgen, die sie so lange mit sich getragen hat, vermischen sich mit dem Wasser und treiben davon. Der Fluss berührt nicht nur ihr Herz, sondern auch ihre Seele. Sie steht auf und betrachtet den Fluss. Unaufhaltsam fließt er weiter und trägt all das fort, was sie nicht mehr braucht. Klara spürt, dass sie nun frei ist, das zu tun, was ihr wirklich wichtig ist.
Der Fluss aus flüsterndem Bernstein fließt noch immer. Wer ihn findet, erkennt, dass der wahre Zauber nicht in der Erfüllung von Wünschen liegt. Sondern darin, loszulassen und das Leben zu genießen.