Der leuchtende Löffel
In einem gemütlichen Dorf lebt Herr Müller, ein Mann mit dichtem, grauem Bart und einer Vorliebe für bunte Socken. Jeden Morgen zieht er seine Lieblingssocken mit kleinen, gelben Enten an. Heute bemerkt er etwas Ungewöhnliches: Auf dem Küchentisch liegt ein Löffel, der in einem seltsamen Licht erstrahlt. Ein leuchtender Löffel? Das muss ein Traum sein.
Herr Müller hebt ihn vorsichtig auf, dreht ihn in den Händen. Er fühlt sich normal an, doch das Leuchten bleibt. "Was mache ich jetzt damit?", murmelt er. "Vielleicht ist es ein magischer Löffel? Oder kann er Wünsche erfüllen? Aber was soll ich mir wünschen?" Herr Müller hat alles, was er braucht.
Er nimmt den Löffel mit zum Marktplatz, sein täglicher Ausflug. Dort trifft er Frau Schmidt. "Schau mal, Frau Schmidt, ein leuchtender Löffel!", ruft er. Sie lächelt verlegen: "Vielleicht bringt er Glück?" Herr Müller denkt dabei an Familie, Freunde und kleine Freuden des Alltags.
Am Marktplatz versammeln sich die Leute. Kinder mit neugierigen Augen, Erwachsene, die tuscheln. Ein Junge fragt: "Kann der Löffel fliegen?" Herr Müller lacht: "Ein fliegender Löffel? Das wär was!" "Vielleicht sollte man ihn für etwas Nützliches benutzen", schlägt Frau Schmidt vor. Herr Müller überlegt: "Kochen! Ja, heute Abend koche ich für alle."
Am Abend sitzen die Dorfbewohner in seinem Garten. Herr Müller rührt mit dem Löffel die Suppe und den Eintopf – und alle finden, dass es heute besonders gut schmeckt. Kinder essen mit leuchtenden Augen, die Erwachsenen plaudern fröhlich.
"Weißt du, Herr Müller", sagt ein Nachbar, "manchmal sind es die kleinen Dinge, die Freude bringen." Der nickt, schmunzelt und denkt an seine Enten-Socken. "Vielleicht ist das Glück wirklich genau hier." Die Leute lachen, stoßen an, und Herr Müller legt den Löffel vorsichtig beiseite.
Heute findet er, dass man für besondere Momente kein Zauberlicht braucht, nur Aufmerksamkeit füreinander.