Der Tag, an dem der Strom ausfiel
Karan sitzt in seinem Zimmer und baut mit seinen Bauklötzen einen hohen Turm. Plötzlich wird es dunkel. Die Lampe geht aus, der Fernseher im Wohnzimmer erlischt und der Kühlschrank in der Küche brummt nicht mehr. Karan schaut sich um und fragt sich, was passiert ist. Er läuft ins Wohnzimmer, wo seine Mutter mit einer Taschenlampe in der Hand steht. "Der Strom ist ausgefallen", sagt sie.
Karan ist neugierig. "Was bedeutet das?", fragt er. Seine Mutter erklärt ihm, dass der Strom das ist, was alle elektrischen Geräte in ihrem Haus zum Laufen bringt. Ohne Strom funktioniert nichts. Karan überlegt. Er hat noch nie darüber nachgedacht was Strom eigentlich ist und woher er kommt.
Kurz darauf klopft es an der Tür. Ein Mann in einem blauen Overall steht dort. Es ist Herr Meier, der Elektriker. Er ist gekommen, um zu helfen, den Strom wiederherzustellen. Karan darf zuschauen, während Herr Meier seine Werkzeuge auspackt und ihm erklärt, wie der Strom in die Häuser kommt. "Der Strom kommt aus Kraftwerken", sagt Herr Meier. "Dort wird er erzeugt und fließt dann über Leitungen zu den Häusern, ähnlich wie das Wasser aus dem Wasserhahn."
Karan ist fasziniert. "Wie wird der Strom denn im Kraftwerk gemacht?", fragt er. Herr Meier erklärt, dass es verschiedene Arten gibt, Strom zu erzeugen. In einigen Kraftwerken wird Kohle verbrannt, in anderen fließt Wasser durch große Turbinen. Es gibt auch Windräder und Solaranlagen, die Strom aus Wind und Sonne machen.
"Das klingt voll spannend!", ruft Karan. Er stellt sich vor, wie riesige Windräder sich im Wind drehen und Sonnenstrahlen auf glänzende Solarpaneele treffen. Herr Meier nickt. "Es ist auch sehr wichtig, dass wir Energie sparen und auf unsere Umwelt achten", sagt er. "Denn je weniger Strom wir verbrauchen und verschwenden, desto besser ist es für unseren Planeten." Karan denkt darüber nach, wie er dazu etwas beitragen kann. Vielleicht kann er das Licht ausschalten, wenn er einen Raum verlässt oder weniger Fernsehen schauen. Er beschließt jedenfalls in Zukunft mehr darüber nachzudenken.
"Obwohl Strom so wichtig für unseren Alltag ist, kann er auch gefährlich sein", erklärt Herr Meier weiter. "Wenn man nicht vorsichtig ist, kann er zu einem echten Problem werden. Zum Beispiel, wenn man mit nassen Händen an eine Steckdose oder kaputte Kabel fasst, dann kann man einen Stromschlag bekommen. Der ist schmerzhaft oder sogar sehr gefährlich. Du solltest dich überhaupt von Steckdosen fernhalten." Karan wird aufmerksam. "Deshalb ist es auch so wichtig, dass wir mit Strom immer vorsichtig umgehen und niemals an Geräten oder Kabeln herumbasteln, ohne genau zu wissen, wie sie funktionieren", fügt Herr Meier hinzu. "Strom kann unser Leben erleichtern, aber wir müssen immer sicherstellen, dass wir ihn richtig und sicher nutzen."
Nachdem Herr Meier seine Arbeit beendet hat, fließt der Strom wieder. Die Lampe leuchtet, der Fernseher summt und der Kühlschrank brummt zufrieden. Karan ist froh, dass alles wieder funktioniert, aber er hat auch einiges gelernt. Er weiß jetzt, dass Strom nicht einfach aus der Steckdose kommt, sondern dass da viel mehr dahinter steckt, um ihn zu erzeugen und in das Haus zu leiten. Und auch, dass er sehr gefährlich sein kann.
Am Abend erzählt Karan seinem Vater von allem, was er gelernt hat. Sein Vater ist beeindruckt und lobt ihn dafür, dass er sich für so wichtige Dinge interessiert. Gemeinsam überlegen sie, wie sie als Familie Energie sparen können. Sie beschließen, öfter draußen zu spielen, anstatt fernzusehen, Geräte immer auszuschalten, wenn man sie nicht benutzt und genauso das Licht.
Karan fühlt sich gut. Er weiß, dass er, auch wenn er noch klein ist, einen Unterschied machen kann. Er kann helfen, die Welt ein bisschen besser zu machen. Indem er auf seine Umwelt achtet und nichts verschwendet. Und das ist ein gutes Gefühl.
In dieser Nacht liegt Karan im Bett und denkt an all die Dinge, die er gelernt hat. Er ist dankbar für den Strom, der das Leben so viel einfacher macht und für die Menschen wie Herrn Meier, die dafür sorgen, dass alles funktioniert. Er schläft ein, träumend von Windrädern, Solarpaneelen und einer Welt, die er mit seinem klugen Köpfchen ein bisschen besser machen möchte.