Der Tag im Tierheim
Max öffnet die Tür zum Tierheim. Der Geruch von frischem Heu und Tierfutter strömt ihm entgegen. Heute darf er den ganzen Tag hier verbringen und den Tierpflegern helfen.
Gleich am Eingang begrüßt ihn Frau Müller, Sie arbeitet hier als Tierpflegerin und sie sieht freundlich aus. "Schön, dass du da bist, Max! Wir haben heute viel zu tun."
Bevor es losgeht, drückt sie ihm eine grüne Schürze und ein Paar Arbeitshandschuhe in die Hand. "Zieh das besser an, dann bleibst du sauber", erklärt sie. Max schlüpft schnell hinein und fühlt sich sofort wie ein richtiger Helfer.
Dann folgt er Frau Müller in den ersten Raum, wo die Hunde untergebracht sind. Die Hunde bellen aufgeregt, als sie Max sehen. Er darf mithelfen, die Näpfe zu füllen und die Gehege zu säubern. Dabei lernt er, dass jeder Hund anders ist. Einige sind verspielt und springen an ihm hoch, während andere lieber in ihrer Ecke bleiben und ihn neugierig aus der Ferne beobachten.
Nachdem die Hunde versorgt sind, geht es weiter zu den Kaninchen. Max legt frisches Gemüse in die Gehege und sieht den Kaninchen beim Knabbern zu. "Es ist wichtig, dass die Tiere gesundes Futter bekommen", erklärt Frau Müller. "Karotten mögen die Kaninchen wohl am liebsten", denkt der sich.
Neugierig fragt er Frau Müller: "Wie kommen die Tiere eigentlich ins Tierheim?"
Frau Müller lächelt: "Das ist eine sehr gute Frage Max. Manche Tiere werden hier abgegeben, weil ihre Besitzer sich nicht mehr um sie kümmern können. Zum Beispiel, weil sie zu alt sind oder in ein anderes Land ziehen. Andere finden wir draußen, wo sie alleine herumlaufen. Wenn sie keine Kennung haben, zum Beispiel eine Tätowierung im Ohr, kann man sie keinem Besitzer zuordnen. Und manchmal bringen uns auch die Tierschutzvereine Tiere, die in Not geraten sind." Max nickt nachdenklich.
Plötzlich bemerkt Max eine Katze, die auf einer der Fensterbänke sitzt und ihn mit großen Augen ansieht. "Das ist Mimi", sagt Frau Müller. "Sie ist sehr lieb und neugierig." Max streckt die Hand aus und Mimi schnuppert vorsichtig daran, bevor sie sich streicheln lässt.
Nach einer Weile zieht Frau Müller Max zur Seite. "Du Max, wir haben da noch ein kleines Problem", sagt sie. "Eine unserer Katzen, die Luna, ist verschwunden kurz bevor du angekommen bist. Sie ist uns leider durch eine offene Türe entwischt. Kannst du uns helfen, sie zu finden?" Max ist sofort bereit und beginnt, in den verschiedenen Räumen nach Luna zu suchen.
Er schaut unter die Tische, hinter die Vorhänge und sogar in die Schränke. Doch Luna bleibt verschwunden. Max überlegt, wo er noch nicht gesucht hat und erinnert sich an den Garten hinter dem Tierheim.
Draußen scheint die Sonne und Max hört das Zwitschern der Vögel. Er geht langsam durch den Garten, schaut unter die Büsche und hinter die Bäume. Plötzlich hört er ein leises Miauen. Max folgt dem Geräusch und entdeckt Luna, die sich in einem kleinen Versteck hinter einem großen Blumentopf zusammengerollt hat.
"Da bist du ja!", ruft Max erleichtert. Luna schaut ihn an und streckt sich, bevor sie auf ihn zukommt. Max hebt sie vorsichtig auf den Arm und bringt sie zurück ins Tierheim. Frau Müller ist froh Luna wiederzusehen und lobt Max für seine Hilfe.
Am Ende des Tages ist Max müde, aber glücklich. Er hat viel über die Pflege von Tieren gelernt und Verantwortung übernommen. Als er sich von Frau Müller verabschiedet, verspricht er, bald wiederzukommen.
Auf dem Heimweg denkt Max an die vielen Tiere, die er heute kennengelernt hat. Er weiß, dass sie alle ein Zuhause verdienen, in dem sie geliebt und gut versorgt werden. Und vielleicht, denkt er, kann er selbst eines Tages einem Tier ein solches Zuhause geben.
Mit diesem Gedanken im Kopf geht Max nach Hause, um seinen Eltern von seinem aufregenden Tag im Tierheim zu erzählen.