Der Tanz der Seepferdchen
Tief unten im Ozean, wo das Wasser türkis leuchtet, lebt ein kleines, junges und unerfahrenes Seepferdchen namens Sepofino. Sepofino ist auch ein neugieriges Seepferdchen mit einer Vorliebe für Abenteuer. Eines Morgens entdeckt er etwas Seltsames: Eine Gruppe von Seepferdchen, die in einem Kreis tanzen. Ihre Schwänze sind miteinander verschlungen und sie wirbeln durch das Wasser wie ein Regenbogen aus Flossen.
Sepofino ist fasziniert. Er hat von diesem berühmten Tanz der Seepferdchen gehört, aber noch nie einen gesehen. Er wird genutzt, um sich vor Feinden zu tarnen und dank der Gruppe sicher zu sein. "Wie genau geht dieser Tanz?", fragt Sepofino leise, während er sich vorsichtig nähert. Das älteste Seepferdchen, das alle liebevoll Großvater Korallio nennen, lächelt. "Es ist ganz einfach, mein kleiner Freund, es liegt in dir. Du musst nur deinem Herzen folgen und dich von der Strömung tragen lassen."
Sepofino will es versuchen. Er hakt sich ein, schließt die Augen, konzentriert sich und fühlt, wie die Strömung ihn sanft dreht und wendet. Plötzlich ist er Teil des Tanzes und sein Herz hüpft vor Freude. Die anderen Seepferdchen lachen und klatschen mit ihren winzigen Flossen. "Du machst das großartig, Sepofino!"
Korallio zeigt ihm auch, wie geschickt Seepferdchen sind. Sepofino sieht, wie seine Freunde ihre Schwänze wie Greifarme benutzen, um sich an Pflanzen festzuhalten, damit sie selbst bei starker Strömung sicher bleiben. Sie bewegen sich mit den winzigen Flossen an ihren Rücken und den Seiten, die wie kleine Propeller wirbeln. Und manchmal ändern sie ihre Farben, sodass niemand sie von den bunten Korallen unterscheiden kann. "So schützen wir uns und unsere Freunde", erklärt Korallio lächelnd.
Während sie tanzen, erzählt Großvater Korallio von den Geheimnissen der Unterwasserwelt. "Wusstest du, dass wir Seepferdchen die einzigen sind, bei denen die Männchen die Babys tragen?" Sepofino staunt. "Wow, wirklich?"
"Aber ja", nickt Korallio. "Wir haben eine spezielle Tasche, in der die Babys sicher sind, bis sie bereit sind, die Welt zu erkunden." Sepofino ist beeindruckt. Er schaut sich um und sieht die anderen Meeresbewohner, die neugierig zuschauen. Ein kleiner Fisch namens Blubber schwimmt heran. "Darf ich auch mitmachen?", fragt er schüchtern.
"Natürlich, Blubber! Je mehr, desto fröhlicher", ruft Sepofino und zieht ihn in den Kreis. Bald tanzen sie alle zusammen und das Wasser um sie herum glitzert vor Freude. Der Tag vergeht wie im Flug und als die Sonne beginnt, ihre letzten Strahlen durch das Wasser zu schicken, wird der Tanz langsamer. Sepofino fühlt sich glücklich und dankbar, Teil dieser magischen Welt zu sein. "Danke, Großvater Korallio", sagt er leise. "Danke, dass du mir gezeigt hast, wie man tanzt."
Korallio lächelt weise. "Der Tanz ist nicht nur ein Schutz, Sepofino. Er ist auch eine Erinnerung daran, dass wir alle zusammengehören, er verbindet uns." Als die Nacht hereinbricht, zieht sich die Gruppe in die schützende Pflanzenwelt zurück. Sepofino kuschelt sich in das weiche Seegras und schließt die Augen. Er träumt von neuen Abenteuern, von Tänzen und von der wunderbaren Welt Unterwasser, die er jeden Tag aufs Neue entdecken darf.
Am nächsten Morgen weckt ihn die warme Strömung und Sepofino weiß, dass ein neuer Tag voller Wunder auf ihn wartet. Mit einem fröhlichen "Bis bald, Freunde!" schwimmt er los, bereit, die Geheimnisse des Ozeans zu erkunden. Und während er sich entfernt, kann man noch das leise Lachen der Seepferdchen hören, die in ihrem bunten Reigen tanzen.