Der Weg des Brotes
Lena bleibt stehen und starrt fasziniert auf das Mühlrad, das sich ruhig im Wasser dreht. Heute wird sie erfahren, wie Brot entsteht. Voller Neugier betritt sie die Mühle und wird von einem freundlichen Müller begrüßt. "Willkommen, Lena!", sagt er mit einem warmen Lächeln. "Bist du bereit, den Weg des Brotes zu entdecken?"
Lena nickt eifrig und folgt dem Müller durch die Mühle. Der Müller zeigt ihr zuerst die Säcke voller Weizenkörner. "Hier beginnt alles", erklärt er. "Diese Körner stammen von den Feldern der Bauern." Er gibt Lena ein Korn in die Hand, sie nimmt es und betrachtet es genau. Es ist klein und unscheinbar, aber sie weiß, dass es eine große Reise vor sich hat.
Der Müller führt Lena zu den großen Mahlsteinen. "Diese Steine zermahlen die Körner zu Mehl", erklärt er, während er einen Hebel zieht. Die Steine beginnen sich zu drehen und Lena beobachtet fasziniert, wie das Korn zwischen ihnen verschwindet und als feines Mehl herauskommt. Sie darf es zwischen den Fingern reiben und spürt, wie weich es ist. "Das Mehl ist der erste Schritt auf dem Weg zum Brot", erklärt der Müller.
Lena darf sogar einmal selbst etwas Getreide in den Trichter der Mühle schütten. Sie staunt, wie die Körner langsam zwischen die schweren Mahlsteine rieseln und unten als feines, weißes Mehl herauskommen. "Es fühlt sich so weich wie Puder an!", ruft sie begeistert und streicht das Mehl vorsichtig durch die Finger. Der Müller lächelt: "Genau so beginnt jedes Brot - aus kleinen Körnern wird durch viel Arbeit und Geduld feines Mehl."
Dann zeigt der Müller Lena die Riemen und Hebel, mit denen das Mühlrad die Steine antreibt. Sie zieht selbst vorsichtig an einem Hebel und hört, wie das alte Holz leise knarrt und das Rad noch ein Stück schneller dreht. "Wow, das ist wie ein richtiges Maschinen-Orchester!", lacht Lena. Überall quietscht und klappert es, und sie merkt, wie viel Arbeit und Können hinter der Herstellung von Mehl für Brote steckt.
Nachdem Lena alles in der Mühle gesehen hat, bedankt sie sich beim Müller und macht sich auf den Weg zur Bäckerei. Dort empfängt sie die Bäckerin, die sie gleich in die warme Backstube führt. Der Duft von frischem Brot erfüllt die Luft und Lena kann es kaum erwarten, mehr zu erfahren.
"Das Mehl aus der Mühle kommt hierher", sagt die Bäckerin, während sie Lena einen großen Sack mit Mehl zeigt. "Wir mischen es mit Wasser, Hefe und Salz." Lena sieht zu, wie die Bäckerin die Zutaten in eine große Schüssel gibt und beginnt, den Teig zu kneten. "Das Kneten ist wichtig, damit der Teig schön geschmeidig wird", erklärt die Bäckerin. Heute wird das in großen Fabriken gemacht, wo tausende Brote maschinell gebacken und dann an die Bäckereien verteilt werden. Aber bei uns entsteht jedes noch in echter Handarbeit.
Lena darf jetzt selbst Hand anlegen. Die Bäckerin gibt ihr etwas Mehl auf die Arbeitsfläche, und Lena knetet den Teig vorsichtig mit ihren Händen. Sie drückt, faltet und rollt ihn, bis er schön geschmeidig wird. "So wird der Teig stark und locker", erklärt die Bäckerin, "je mehr du ihn knetest, desto besser geht er später auf." Lena lacht, als der Teig zwischen ihren Fingern kitzelt und ein bisschen klebt - er fühlt sich weich und lebendig an.
Dann darf sie den Teig in eine Form legen. "Jetzt muss der Teig ruhen und aufgehen", sagt die Bäckerin. Lena beobachtet gespannt, wie er langsam größer wird. Es ist, als ob er atmet und lebt. Als der Teig fertig aufgegangen ist, schiebt die Bäckerin ihn in den heißen Ofen. "Jetzt backen wir das Brot", sagt sie. Lena schaut durch das kleine Fenster des Ofens und sieht, wie der Teig eine goldene Kruste bekommt. Der Duft wird immer stärker und Lena läuft das Wasser im Mund zusammen.
Endlich ist das Brot fertig. Die Bäckerin holt es aus dem Ofen und legt es auf ein Gitter zum Abkühlen. "Möchtest du ein Stück probieren?", fragt sie Lena. Die nickt begeistert und die Bäckerin schneidet ihr eine Scheibe ab. Lena kostet das warme Brot und es schmeckt köstlich.
Lena weiß jetzt: Die Arbeit der Bauern, Müller und Bäcker ist sehr wichtig. Ohne sie gäbe es kein frisches Brot auf dem Tisch.