Der winzige Drache und der Schatz
Der Morgen beginnt und die ersten Sonnenstrahlen fallen auf den Drachenwald. Inmitten dieser Ruhe tapst ein kleiner Drache namens Flammon über den Waldboden. Seine Schuppen glitzern im Licht, während er neugierig seine Umgebung erkundet.
Da stolpert er über eine Wurzel und purzelt kopfüber ins Gras. Er schüttelt sich, erhebt sich und sieht sich neugierig um. Flammon ist nicht größer als ein Apfel und hat leuchtend grüne Schuppen.
"Wo bin ich hier nur gelandet?", fragt sich Flammon, während er sich den Staub von den Flügeln klopft. Er erinnert sich daran, dass er auf der Suche nach einem besonderen Schatz ist, von dem die alten Drachen in seinem Dorf immer erzählen. Ein Kristallschatz, der irgendwo in diesem Wald versteckt sein soll.
Plötzlich hört Flammon ein Rascheln im Gebüsch. Er zuckt zusammen, doch dann erscheint ein freundliches Gesicht zwischen den Blättern. Es ist Huki, der flinke Hase. "Oh, hallo Flammon! Was machst du denn so früh hier?", fragt Huki neugierig.
"Ich suche den Kristallschatz", erklärt Flammon mit einem entschlossenen Funkeln in den Augen. "Hast du vielleicht eine Idee, wo ich anfangen könnte?"
Huki kratzt sich am Kopf und überlegt. "Es gibt da eine alte Legende, die besagt, dass der Schatz dort zu finden ist, wo die Sonne den Boden nie berührt", sagt er schließlich. Flammon nickt dankbar und macht sich auf den Weg.
Während Flammon durch den Wald läuft, denkt er über die Worte von Huki nach. "Wo die Sonne den Boden nie berührt...", murmelt er vor sich hin. Es muss ein Ort sein, der immer im Schatten liegt. Der Gedanke lässt ihn schneller laufen und er geht in den Flug über, seine kleinen Flügel schlagen eifrig.
Nach einer Weile erreicht Flammon eine Lichtung, die von hohen Bäumen umgeben ist. Sie ist den Drachen bekannt als die Lichtung der Könige. Die dichten Baumkronen lassen kaum Licht hindurch. "Das muss der Ort sein", denkt Flammon aufgeregt. Er landet sanft auf dem moosigen Boden und beginnt, die Umgebung zu erkunden.
Plötzlich entdeckt er eine kleine Öffnung zwischen den Wurzeln eines alten Baumes. Neugierig kriecht er hinein und findet sich in einer kleinen Höhle wieder. Die Luft ist kühl und riecht nach Erde. In der Mitte der Höhle liegt etwas, das im schwachen Licht glitzert. Flammons' Herz schlägt schneller, als er näher tritt.
Vor ihm liegt ein Haufen funkelnder Kristalle, in allen Farben des Regenbogens. "Der Kristallschatz!", flüstert Flammon ehrfürchtig. Er kann es kaum glauben, dass er ihn wirklich gefunden hat.
Doch bevor er die funkelnden Kristalle berühren kann, sieht er eine alte Steintafel, auf der etwas geschrieben steht: "Nur wer das Rätsel löst, darf die Schätze mit nach Hause nehmen." und da steht noch: "Ich bin leichter als eine Feder, doch selbst der stärkste Drache kann mich nicht lang halten. Was bin ich?"
Flammon überlegt und überlegt, dann leuchtet es in seinen Augen. "Der Atem! Es ist der Atem!" Sofort beginnen die Kristalle sanft zu leuchten und Flammon darf sie aufheben. Vorsichtig bückt er sich und nimmt eine Handvoll der Kristalle hoch, um sie zu bewundern. Dann steckt er sie vorsichtig in seine Tasche.
Flammon ist überglücklich. Er weiß, dass er diesen Schatz mit seinen Drachenfreunden teilen wird, damit auch sie die Schönheit der Kristalle bewundern können. Er macht sich auf den Weg zurück, die Taschen voller leuchtender Kristalle und das Herz voller Freude.
Auf dem Rückweg denkt Flammon darüber nach, wie wichtig es ist, an seine Träume zu glauben und sie zu verfolgen. Und während er durch den Wald fliegt, weiß er, dass er nicht nur einen Schatz gefunden hat, sondern auch den Mut, seinen eigenen Weg zu gehen.