Kaila Kängurus kleines Abenteuer
Mit einem kräftigen Satz springt Kaila, das junge Känguru, durch das rote Outback Australiens. Sie überspringt einen glitzernden Bach und landet sicher auf der anderen Seite.
Heute will Kaila etwas Neues entdecken: den geheimnisvollen Eukalyptuswald, von dem ihr Freund Wilke, das Wombat, erzählt hat. "Die Bäume dort sind so hoch, dass sie fast die Wolken berühren", hatte er gesagt.
Ihre Pfoten kribbeln und Kaila hüpft immer schneller durch das Buschland. Bald begegnet ihr eine Gruppe Emus, die im Gänsemarsch unterwegs sind.
"Hallooo, Kaila!", ruft Elo, der vorderste Emu. "Wenn du Wasser suchst, schau nach den Wolken - die führen dich zum Wasserloch!"
"Danke, Elo, aber heute nicht", ruft Kaila lachend. "Ich habe ein anderes Ziel!"
Bald leuchten die ersten silbrigen Stämme des Eukalyptuswaldes zwischen den Büschen hindurch. Kaila bleibt kurz stehen, schnuppert die frische Luft und lauscht dem Rascheln der Blätter. Da lugt ein kleines Känguru zwischen zwei Bäumen hervor.
"Bist du... Kaila?", fragt es zaghaft. "Ja, das bin ich. Und wer bist du?"
"Ich heiße Kasimir", sagt das Kleine. "Man erzählt sich, du kannst super hoch springen. Kannst du mir zeigen, wie man über diesen großen Felsen da drüben kommt?"
"Natürlich", lächelt Kaila. "Komm mit." Sie zeigt Kasimir, wie man Schwung holt, den Körper streckt und beim Absprung Mut fasst. Nach ein paar Versuchen schafft Kasimir den Sprung - perfekt! "Das war großartig!", ruft Kaila.
Da hören sie ein leises Summen. Kasimir ist einem Bienenstock ein Stück zu nah gekommen. Zuerst ist das Summen kaum zu hören - dann wird es lauter. Aus einem der Eukalyptusbäume krabbelt ein kleiner Schwarm Bienen heraus.
"Aaaah!", quiekt Kasimir und hüpft hoch. "Los, schnell, lass uns abhauen!", ruft Kaila. Schon springen beide Kängurus über Baumstämme, durch Büsche und um Felsen herum. Die Bienen folgen flink und wendig, summend wie kleine Mini-Flugzeuge.
"Sie wollen uns wirklich fangen!", juchzt Kasimir.
"Dann müssen wir sie austricksen!", ruft Kaila und zieht das Tempo an.
Die beiden Kängurus hüpfen so schnell sie können, während die Bienen hinter ihnen her summen.
"Schnell, Kaila was sollen wir machen?", ruft Kasimir.
Kaila schaut sich um. "Da vorne! Ein kleiner See!"
Ohne zu zögern, springen beide hinein und das Wasser spritzt nur so herum. Die Bienen fliegen über das Wasser, zögern kurz und drehen dann ab. Sie summen zurück zum Eukalyptusbaum, als hätten sie entschieden: "Diese beiden Kängurus sind zu schlau für uns!"
Kaila taucht kurz darauf wieder aus dem Wasser auf. "Puuh! Geschafft!"
Kasimir schüttelt sein Fell, das Wasser spritzt in alle Richtungen. "Das war aufregend! Wer hätte gedacht, dass wir heute eine waschechte Verfolgungsjagd erleben?"
Die beiden hüpfen ans Ufer, schütteln das restliche Wasser ab und sehen sich an. Kaila lacht: "Manchmal hilft ein kühler Sprung ins Wasser, um den Kreislauf so richtig aufzuwärmen."
Dann machen sie sich wieder auf den Weg durch den Wald, vorsichtig, aber fröhlich. Sie sind gespannt, welche Überraschungen der Eukalyptuswald noch für sie bereithält.
Schließlich, nach all den Abenteuern, erreichen sie den Waldrand. Das offene Outback breitet sich weit vor ihnen aus, ruhig und friedlich. Gemeinsam machen sie einen letzten Satz über einen kleinen Hügel und bleiben stehen, um den Blick über die Landschaft zu genießen.
"Bis bald, Eukalyptuswald", flüstert Kaila leise. "Wir kommen wieder." Mit leisen, fröhlichen Hüpfern springen die beiden dem Sonnenuntergang entgegen, ihre Abenteuerlust noch heller als das Abendrot am Himmel.