Warum Pinguine nicht fliegen, aber tanzen können
Auf einer weiten, weißen Eisfläche, umgeben von klarem, blauem Wasser, leben die Pinguine. Sie sind kleine, fröhliche Vögel, die sich in der Kälte pudelwohl fühlen. Mit ihrem glänzenden, schwarz-weißen Federkleid und den flinken Bewegungen ziehen sie alle Blicke auf sich. Doch obwohl sie Vögel sind, fliegen können sie nicht. Dafür haben sie ein ganz besonderes Talent: das Tanzen.
Eines Tages fragt der neugierige Pinguin Poku seine Mama: "Warum können wir nicht fliegen wie die anderen Vögel?" Die Mama lächelt und erklärt: "Unsere Flügel sind stark und kurz, ideal, um durch das Wasser zu gleiten. Wir sind die besten Schwimmer der Vogelwelt!" Poku ist beeindruckt. "Und warum tanzen wir?", fragt er weiter. "Nun", sagt Mama, "das Tanzen hilft uns, Partner zu finden. Es ist unsere Art, zu zeigen, wie besonders wir sind."
Poku beobachtet die anderen Pinguine. Da ist Bruno, der mit seinen Füßen auf dem Eis trommelt und dabei fröhlich wippt. Neben ihm dreht sich Polara im Kreis, ihre Flügel ausgebreitet, als würde sie Musik in dieser Eiswelt hören. Alle Pinguine haben ihren eigenen Tanzstil und jeder ist auf seine Weise einzigartig.
In der eisigen Welt der Pinguine gibt es viele Herausforderungen. Der Wind pfeift oft heftig und die Temperaturen sind bitterkalt. Doch die Pinguine haben ihre Tricks, um warm zu bleiben. Sie kuscheln sich eng aneinander, bilden große Gruppen, die wie ein einziges, riesiges Lebewesen wirken. So teilen sie ihre Wärme und schützen sich vor der Kälte.
Poku lernt, dass das Tanzen nicht nur eine Möglichkeit ist, einen Partner zu finden. Es ist auch eine Art, nähe zu finden, sich aufzuwärmen und dabei die Freundschaft zu feiern. Wenn die Sonne am Himmel steht und die Eiskristalle funkeln, tanzen die Pinguine in einem bunten Reigen. Ihre Bewegungen sind ein fröhliches Spiel mit dem Licht.
"Komm, Poku!", ruft Polara und zieht ihn mit in den Kreis. Poku zögert kurz, doch dann spürt er die Freude der anderen. Er hebt seine Füße, wippt im Takt und fühlt sich plötzlich leicht wie eine Feder. Sein Herz klopft vor Aufregung und er lacht laut. Das Tanzen ist wie ein Flug über das Eis, denkt er und er versteht, warum die Pinguine nicht fliegen müssen, um glücklich zu sein.
Während die Tage vergehen, übt Poku immer neue Tanzschritte. Er lernt, wie man auf dem Eis rutscht, ohne hinzufallen, zumindest meistens, und wie man mit einem Sprung die anderen überrascht. Die Zeit vergeht und ein neues Jahr bricht bald an.
Eines Abends, als der Himmel in tiefem Blau getaucht ist und die Sterne wie kleine Lichter leuchten, versammeln sich die Pinguine zu einem großen Fest. Es ist die Zeit, in der neue Freundschaften geschlossen und alte gefeiert werden. Poku tanzt mit Polara und sie lachen und drehen sich, bis sie erschöpft auf das Eis sinken.
Die Tage werden länger, und das Eis glitzert wie tausend kleine Sterne. Poku und Polara tanzen weiter Seite an Seite, lachen und teilen ihre Freude mit den anderen Pinguinen. Eines Morgens bemerkt Polara, dass sie ein bisschen langsamer wird. Sie zwinkert Poku zu: "Ich glaube, wir haben bald Verstärkung."
Poku schaut sie überrascht an. "Verstärkung?"
"Ja", sagt Polara leise und lächelt, "ein kleines Pinguinbaby wird bald bei uns sein."
Poku kann es kaum glauben. Sein Herz hüpft vor Freude, fast so wie beim Tanzen auf dem Eis. "Ein Baby? Wirklich?"
"Ja, und es wird genauso fröhlich sein wie wir", erwidert Polara,
Von diesem Tag an passen Poku und Polara noch besser aufeinander auf. Sie kuscheln und üben sanfte Tänze, bei denen sie sich nahe halten, und erzählen den anderen Pinguinen, dass bald ein neues kleines Küken die Eiswelt bereichern wird. Poku träumt schon davon, wie er dem kleinen Baby die ersten Tanzschritte beibringen darf und Polara freut sich darauf, ihre Flossen um das Baby zu legen, wenn es das erste Mal wackelig auf dem Eis steht.
Die anderen Pinguine freuen sich mit ihnen. Es wird ein buntes Fest, wenn das kleine Küken geboren wird und alle werden gemeinsam tanzen, lachen und das neue Leben feiern. Denn in der eisigen Welt, wo die Kälte oft stark ist, gibt es nichts Wärmeres als die Liebe, die zwei Pinguine teilen - und die bald auf ein kleines neues Herz übergeht.