Naelas Traum vom Fliegen
Naela hat Schulferien und so liegt sie auf ihrem Bett und starrt an die Decke. Sie kann nicht aufhören, darüber nachzudenken, wie es wäre, selbst fliegen zu können. So schließt sie die Augen und stellt sich vor, durch die Wolken zu gleiten.
Diese Vorstellung macht sie glücklich und neugierig zugleich. Sie springt auf, geht zum Bücherregal und zieht ein Buch über Vögel heraus. "Wie schaffen die das nur?", fragt sie sich. Die ganze Nacht über kann Naela an nichts anderes denken. Am nächsten Morgen spürt sie eine unbändige Neugier und den Drang, mehr über das Fliegen herauszufinden.
Ohne zu zögern, macht sie sich auf den Weg zur Bücherei. Dort entdeckt sie ein Buch über die Wissenschaft der Luftfahrt. Fasziniert blättert sie durch die Seiten und erfährt, dass Menschen schon vor langer Zeit vom Fliegen träumten. Sie liest über Erfinder, die Flügel bauten und über die ersten Flugzeuge. "Wenn die das können, dann kann ich das auch", denkt Naela entschlossen.
Zu Hause beginnt sie mit kleinen Experimenten. Sie bastelt aus Papier und Holz kleine Flugmodelle und beobachtet, wie sie durch die Luft segeln. Jedes Mal, wenn eines ihrer Modelle abstürzt, überlegt sie, was sie verbessern kann. "Fliegen ist eine Kunst", murmelt sie, während sie an einem neuen Entwurf arbeitet.
In der Schule erzählt Naela ihrer Lehrerin von ihrem Traum. Die Lehrerin schlägt daraufhin vor, dass Naela die Geschichte der Luftfahrt als Schulprojekt vorstellen kann. Begeistert macht sich Naela an die Arbeit. Sie recherchiert über berühmte Flugpioniere und stellt fest, dass viele von ihnen Rückschläge erlitten, bevor sie Erfolg hatten. Und wer hoch fliegt, kann auch tief fallen.
Eines Tages hört Naela von einem kleinen Flugplatz in der Nähe. Sie überredet ihre Eltern, mit ihr dorthin zu fahren. Als sie dort ankommt, sieht sie die Propellerflugzeuge und ihre Augen leuchten vor Freude. Ein Pilot, ein freundlicher Mann, bemerkt ihr großes Interesse und lädt sie ein, das Cockpit zu besichtigen. Das ist der Platz vorne, von dem aus der Pilot alles kontrolliert.
Der Pilot zeigt Naela die Geräte. "Das hier ist das Steuerrad", erklärt er, "damit lenkt man das Flugzeug." Naela darf vorsichtig daran drehen. Hier leuchten viele bunte Knöpfe und Anzeigen. "Was macht dieser gelbe Knopf?", fragt sie neugierig. "Das ist für die Landeklappen", sagt der Pilot. "Und diese Anzeige hier zeigt, wie hoch wir fliegen."
Daneben gibt es ein rundes Gerät mit einem kleinen Zeiger. "Das ist der Kompass", erklärt der Pilot. "Er zeigt uns, in welche Richtung wir fliegen. Denn oben in den Wolken gibt es ja keine Straßen." Naela zeigt vorsichtig auf einen Hebel. "Und das hier?", fragt sie. "Das ist das Gas, damit wir schneller oder langsamer fliegen."
Über ihrem Kopf blinkt ein Panel mit vielen Lichtern. "Das sind Warnlampen", erklärt der Pilot. "Sie leuchten nur, wenn etwas überprüft werden muss." Naela staunt. Überall piept und blinkt etwas, und doch hat der Pilot alles im Griff.
Der Pilot erzählt ihr auch, wie das Flugzeug überhaupt fliegen kann. Das geht, weil die Flügel die Luft nach unten drücken und sich das Flugzeug so nach oben schiebt. Dafür muss das Flugzeug aber sehr schnell werden. "Fliegen ist ein bisschen wie Zauberei, aber auch Wissenschaft", sagt er.
Naela nickt begeistert und spürt, dass ihr Traum vom Fliegen ein Stück greifbarer wird. "Die Flügel, der Wind, die Motoren - alles muss perfekt zusammenarbeiten." Naela fühlt sich wie eine Entdeckerin in einem riesigen, funkelnden Kontrollzentrum.
Wieder daheim ist Naela mehr denn je entschlossen, ihren Traum zu verfolgen. Sie beginnt, Bücher über Physik und Aerodynamik zu lesen. Das ist zwar schwierig zu verstehen, aber es sind auch viele tolle Bilder zu sehen. In der Schule gründet sie eine Flug-AG, in der sie mit ihren Freunden Modelle baut und Experimente durchführt.
Mit der Zeit wird Naela immer besser in der Konstruktion ihrer Papier-Modelle. Eines Tages gelingt es ihr, ein Modell zu bauen, das länger und höher fliegt als alle vorherigen. Sie jubelt vor Freude, als sie sieht, wie ihr kleines Flugzeug durch die Luft gleitet. "Das ist erst der Anfang", sagt sie zu ihren Freunden.
Naela weiß, dass sie noch viel lernen muss, aber sie ist bereit, den Weg zu gehen. Sie träumt davon, eines Tages selbst ein echtes Flugzeug zu bauen und zu steuern, um die Welt von oben zu sehen. Ihr Traum vom Fliegen ist nicht nur ein Traum geblieben; er hat sich in ein Hobby verwandelt, das sie mit anderen teilt.
Mit jedem Buch, das sie liest und jedem Modell, das sie baut, kommt Naela ihrem Traum ein Stück näher. Oft lässt Naela ihren Blick in die Wolken schweifen und weiß: Eines Tages wird sie selbst dort oben sein.